Die Erzminerale

Die beiden Haupterzminerale Zinkblende und Bleiglanz sind einfach zusammengesetzte Sulfide. Der Bleiglanz zeigt alle charakteristischen Eigenschaften der Sulfide: hohe Dichte von 7.6, geringe Härte von ca. 3 und im frischen Bruch einen unverwechselbaren, stark silbrigen Metallglanz auf den Spaltflächen, der jedoch an der Luft bald matt und dunkel wird. Er tritt in der Lagerstätte meist derb auf und nur selten wurden schöne Kristalle gefunden. Die Zinkblende des Schneebergs hat hohe Eisengehalte, was neben einem hohen Cadmiumgehalt (bis 4,5%) typisch für solche hochtemperierten Entstehungsbedingungen ist. Der Eisengehalt verleiht der Zinkblende einen dunklen, fast schwarzen, oft leicht rötlichen Glanz auf den meist kleinen Spaltflächen. Nicht selten läuft die Zinkblende an der Luft bunt - der Knappe sagt taubenhalsig - an und ist dann unverwechselbar.

Die Geologen nennen die Lagerstätte Schneeberg eine typische polymetallische Pb-Zn-Erzanreicherung. Was damit gemeint ist, wird sofort klar, wenn man ein Buch über die Mineralien des Schneebergs in die Hand nimmt. Neben den Hauptmineralien Zinkblende (Zinksulfid, ZnS) und Bleiglanz (Bleisulfid, PbS), nach denen hier hauptsächlich geschürft wurde, gibt es eine Unmenge von weiteren Erzmineralen wie Magnetkies, Kupferkies, Pyrit, Arsenkies, Kobaltglanz, Fahlerz, Bournonit, Meneghinit, Magnetit, Gahnit, Antimonit, ja sogar gediegen Silber, um nur einige zu nennen. Dazu kommt eine große Zahl von sogenannten Gangartmineralien, wie Siderit, Ankerit, Tremolit, Anthophyllit, Biotit, Granat, Chlorit, Quarz, Kalzit..., die als Erzbegleiter auftreten. Neben diesen primären Erz- und Gangartmineralen gibt es noch eine Unzahl sekundärer Minerale, die durch Umwandlung und Verwitterung der primären Minerale entstehen, wie Hydrozinkit, Greenokit, Malachit, Azurit, Sepiolith, Schneebergit ..., um nur einige zu nennen. Im Ganzen sind es weit über hundert Mineralien, die am Schneeberg gefunden und eindeutig bestimmt wurden und noch ist kein Ende abzusehen ...